Plenumsreferate

Plenumsreferate am Morgen, 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr

IT-Beschaffung aus politischer und unternehmerischer Perspektive

Franz Grüter, Nationalrat und VR-Präsident von green.ch
001 Foliensatz_Referat_Franz_Grüter (PDF, 4.3 MB) 

Die öffentliche Hand zählt zu den grössten IT-Beschaffern der Schweiz, gemessen an der Projektgrösse und an den getätigten Investitionen. Informatik-Projekte sind meist komplex, die Ausschreibungsverfahren anspruchsvoll, die Lösungen individuell und die Grundlagen dem technologischen Fortschritt unterworfen. Die Politik fordert Transparenz bei der Vergabe und eine vorausschauende Planung jedes investierten Steuerfrankens. Franz Grüter zeigt in seinem Referat auf, was die wesentlichen Herausforderungen in der IT-Beschaffung aus politischer und unternehmerischer Sicht sind und formuliert Handlungsempfehlungen.

 

Projekteinkauf erfolgreich aufbauen und führen - ein Praxisbeispiel

 
Philipp Bieri, Leiter Einkauf IWB
002 Foliensatz_Referat_Philipp_Bieri (PDF, 6.1 MB)  
 

Der Energieversorger IWB (Industrielle Werke Basel) ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen im Besitz des Kantons Basel-Stadt. IWB lanciert jährlich rund 100 Submissionen. Seit gut zwei Jahren koordiniert die Abteilung Einkauf zentral den Submissionsprozess von IWB und sichert dessen konsequente Umsetzung. Zuvor hat der Einkauf das gesamte Submissionspotential des Unternehmens in Zusammenarbeit mit den internen Fachbereichen neu evaluiert. Aufgrund dieser Potenzialanalyse und weiterer Faktoren wie einer erhöhten Umsetzungsgeschwindigkeit und dem vorhandenen Submissions-Know-how konnten die Verantwortlichen von IWB den genauen Ressourcenbedarf und die benötigten Profile bestimmen.  Ein Team aus internen und externen Projekteinkäufern führt die Submissionen unter Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlich und effizient durch. Für eine erfolgreiche Bearbeitung der Submissionen sind die Vorgaben der Kantonalen Fachstelle für öffentliche Beschaffungen (KFöB) und des IWB-Rechtsdienstes sowie die verfügbaren Ressourcen massgeblich. Wie die Umsetzung von der Potenzialanalyse bis hin zum funktionierenden, abteilungsübergreifenden Projekteinkauf in optimaler Auslastung gelingt, wird anhand von Praxisbeispielen vorgestellt.
Durch diesen tiefen Einblick ins Tagesgeschäft eines Projekteinkaufs werden Ansätze gezeigt, welche ohne Weiteres auch in anderen Einkaufsabteilungen erfolgreich umgesetzt werden können. Zudem wird aufgezeigt, dass schlanke und flexible Beschaffungen nicht im Widerspruch mit Rechtskonformität stehen müssen.

 

Anbietersicht: Der Stellenwert der API und Beschaffungen im hochagilen Umfeld aus technischer Sicht

Kay Lummitsch, API Business Developer Swisscom
003 Foliensatz_Referat_Kay_Lummitsch (PDF, 10.8 MB)  
 
Kay Lummitsch, Head of API-Program bei der Swisscom, vertritt die Anbieterseite und zeigt auf, wie anhand API-Entwicklung Herstellerabhängigkeiten, Projektkomplexität und -grösse reduziert werden können. Des Weiteren erklärt er, was es aus technischer Seite heisst, die Planung und die Beschaffung in einem hochagilen Umfeld durchzuführen. 
 

Plenumsreferate am Nachmittag, 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Wettbewerbsrechtliche Fragestellungen und ökonomische Auswirkungen von freihändigen ICT-Vergaben

Dr. oec. Samuel Rutz, avenir suisse
022 Foliensatz_Referat_Samuel_Rutz (PDF, 1.0 MB)  

Das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand im IT-Bereich steigt seit Jahren. Wurden 2010 noch Aufträge im Wert von ca. 400 Mio. Franken ausgeschrieben, erhöhte sich dieser Betrag bis 2015 auf über 750 Mio. Franken. Auffallend hierbei ist, dass rund 40% aller IT-Aufträge freihändig vergeben werden. Somit kommt das freihändige Vergabeverfahren im IT-Bereich etwa dreimal öfters zur Anwendung als in anderen Bereichen. Als Gründe hierfür werden unter anderem Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und die Komplexität von IT-Projekten ins Feld geführt. Aus wettbewerblicher Sicht ist diese extensive freihändige Vergabepraxis – auch wenn sie für die Beschaffungsbehörde kurzfristig mit Vorteilen verbunden sein kann – höchst problematisch. Denn längerfristig droht die Gefahr, dass sich der fehlende Wettbewerb bei der Beschaffung in höheren Preisen, abnehmender Qualität der Leistungen und einem Innovationsrückgang äussert. Welche Strategien würden also bestehen, um Abhängigkeit und Komplexität zu reduzieren und somit letztlich der allzu verbreiteten freihändigen Vergabepraxis im IT-Bereich entgegenzuwirken? Und welche Rolle kommt dem Wettbewerbsrecht in diesem Kontext zu?
 

Folgen von Hersteller-Abhängigkeiten sowie Möglichkeiten sich als Anwender zu wehren

 
Immer wieder verkünden öffentliche Unternehmungen, dass sie aufgrund von Abhängigkeiten IT-Verträge verlängern bzw. freihändige Vergaben tätigen und somit hohe Umstellungskosten vermeiden. Doch was heisst es eigentlich, abhängig zu sein von einem Anbieter und wie kann so eine Abhängigkeit überhaupt entstehen? Peter Hartmann greift in diesem Referat das Thema "Abhängigkeit von einem Lieferanten" am Beispiel der SAP Standardsoftware auf. Er zeigt auf, wie diese Abhängigkeit entsteht, welche Auswirkung sie auf die Kunden haben kann, warum und mit welchen Zielen die Interessengemeinschaft SAP Schweiz (kurz IG SAP CH**) im 2008 aktiv wurde und was in den letzten 8 Jahren erreicht worden ist.

** Die IG SAP CH besteht heute aus mehr als 80 Mitgliederfirmen und vereinigt ein SAP Lizenzvolumen von rund 380 Mio CHF.
 

Plenumsdiskussion