Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit

Medienmitteilung

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Die Kantone bauen auf Beschaffungsgesetz

Unter dem Motto «An der Zukunft bauen» fand die achte IT-Beschaffungskonferenz vor über 300 Teilnehmenden aus der öffentlichen Beschaffung, Beratung und Informatik statt. Aktuelle Themen in den Bereichen neues Beschaffungsgesetz, technologische Entwicklungen im Bauwesen sowie nachhaltige Beschaffung wurden aufgegriffen. Nationalrat Dominique de Buman erklärte, wie das neue Beschaffungsgesetz mit den Pfeilern Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit gebaut wurde. Beatrice Simon, Finanzdirektorin des Kantons Bern, zeigte auf, wie der Kanton Bern bei der Umsetzung des neuen Beschaffungsrechts mitzieht.

Die Konferenz wurde durch die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Informatik der Universität Bern, das Informatiksteuerungsorgan Bund ISB, die Schweizerische Informatikkonferenz SIK, den swissICT und die CH Open veranstaltet. Die hochrangigen Referierenden widmeten sich den IT-Aspekten der Gesetzesrevision und den beschaffungsrelevanten IT-Themen im Bauwesen.

Zur Eröffnung der Tagung referierten Beatrice Simon, Finanzdirektorin des Kantons Bern und Nationalrat Dominique de Buman über die letzten Schritte der Gesetzesrevision – vom neuen Bundesgesetz über öffentliche Beschaffung bis hin zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IvöB). Simon hielt fest, dass die neue IvöB den qualitativen Wettbewerb fördern wird. Davon würden Schweizer Unternehmen profitieren, da diese hervorragende Arbeit leisten – dies aber auch zu einem gewissen Preis.

Es gibt kaum eine Branche, die nicht durch die Digitalisierung verändert wird - so auch Ziegel und Mörtel im Bauwesen. Im Plenum gewährte daher Dr. Mario Marti, Partner bei Kellerhals Carrard und Geschäftsführer der usic, einen Einblick in die Möglichkeiten von Building Information Modeling (BIM). Damit findet eine Bewegung weg vom vielen Papier und den Medienbrüchen und hin zum digitalen Datenmodell in 3D statt. Mit BIM wird die zusätzliche Hinterlegung von Daten möglich, wie etwa das Material, wie auch die Kosten und die Bauzeit pro Bauteil. Zudem hat der Bauherr am Ende der Bauzeit nicht nur das fertige Bauwerk, sondern auch noch einen digitalen Zwilling, der etwa für das Facility Management genutzt werden kann.

Nachhaltige Beschaffung, beispielsweise mit grösserer Gewichtung der Lebenszyklen wird nicht mehr nur ein Nice-to-have, sondern im Rahmen des neuen Beschaffungsgesetzes Pflicht sein. Dr. Peter Pawlicki von Electronics Watch präsentierte ein Modell für innovative und sozial verantwortliche Beschaffung von Hardware vor. Ilse Beneke, Leiterin der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, zeigte auf wo die Schweiz in Sachen nachhaltige IT-Beschaffung von Deutschland lernen könnte.

Im Rahmen von neun Sessions wurden sowohl am Vormittag wie auch am Nachmittag die Themen Digitalisierung im Bauwesen, agile Beschaffung, reduzierte Abhängigkeit von IT-Anbietern, Preismodelle, neues Beschaffungsrecht, Innovationen im Beschaffungswesen, vertiefende Themen und nachhaltige Beschaffung vertieft.

Die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit präsentierte zudem die neue Version der Beschaffungsplattform IntelliProcure und das neu konzipierte Weiterbildungsangebot mit den zwei CAS „Öffentliche Beschaffungen“ und „Technologie-Beschaffungen“ und dem DAS „ICT-Beschaffungen».

 

Medienmitteilung IT Beschaffungskonferenz 2019.pdf (PDF, 60KB)