2017

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Medien

MEDIENMITTEILUNG IWI Uni Bern  //  Bern, 15. August 2017

Wie fördert man Wettbewerb statt Korruption? Die BöB-Revision als Schwerpunkt der IT-Beschaffungskonferenz 2017

Die sechste IT-Beschaffungskonferenz bot Raum für eine brisante Debatte auf der Grundlage des bundesrätlichen Vorschlags zur laufenden Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen BöB. Vor über 350 Beschaffenden, Beratenden und Informatikanbietenden sprach Nationalrätin Regula Rytz über die politischen Kontroversen des BöB. Der Direktor des Bundesamts für Bauten und Logistik BBL Pierre Broye sprach sich für intensive Beratung mit den Betroffenen in der Ausarbeitung des Gesetzes aus und der IT-Experte Andreas Amsler der Firma Liip erläuterte die Vorteile vom Micro-Services-Ansatz aus der IT-Branche.

Die diesjährige IT-Beschaffungskonferenz zählte einen Besucherrekord mit über 350 Teilnehmenden aus dem Beschaffungswesen, aus Beratung und Informatik. Die Konferenz wurde durch die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern, das Informatiksteuerungsorgan Bund ISB, die Schweizerische Informatikkonferenz SIK, den swissICT und die CH Open veranstaltet. Die hochrangigen Referierenden widmeten sich den IT-Aspekten der Gesetzesrevision und der Transparenz der Beschaffungsprozesse aus öffentlicher Hand.

Im Vorfeld sorgte der bundesrätliche Vorschlag für Diskussionen, wie Nationalrätin Regula Rytz aufzeigt. Der Bund ist einer der grössten IT-Beschaffer der Schweiz und setzt die neuen WTO Regelungen voraussichtlich 2019 in Schweizer Recht um. Bis dahin gäbe es im Parlament noch viel zu diskutieren, unter anderem die anvisierte Ausdehnung der Freihandvergabe, die Entziehung aus dem Öffentlichkeitsprinzip und die Nachhaltigkeit der IT-Lösungen. "Absolute Transparenz und absolutes Vertrauen", sei laut Rytz und BBL Direktor Pierre Broye die Basis, die die Revision des Beschaffungsrechts begründe. Dank der sauberen Grundlage sei mehr Spielraum für flexible Instrumente, wie das Dialogverfahren, anvisiert.  Um der Korruption entgegenzuwirken und den Wettbewerb zu fördern seien funktionale und konkrete Ausschreibungen und ein genügend transparentes Bewertungssystem nötig. Andreas Amsler der IT-Firma Liip plädiert für eine Übersetzung des Micro-Services-Ansatzes aus der IT-Branche: analog zu den Kommunikationsprotokollen des Internets, könnten kollektiv geregelte Prinzipien und die Interoperabilität kleiner IT-Bausteine die staatlichen Grossprokjekte ersetzen. Dies käme einem Paradigmenwechsel in der Vergabe von IT-Beschaffungen gleich.

Im Anschluss an den Fachsessions diskutierte der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) Adrian Lobsiger auf dem Podium mit Regula Rytz, mit  Beschaffungsexpertin Anja Nyffenegger sowie mit Thomas Fischer, Leiter der Beschaffungskonferenz des Kantons Bern, über die kontroversen Punkte des bundesrätlichen Gesetzesvorschlags. Mit der Aushöhlung des Öffentlichkeitsprinzips sei das erklärte Ziel der Transparenz ins Gegenteil verkehrt, kritisert Lobsiger. Fischer unterstrich die Bedeutung der Transparenz betreffend den Tätigkeiten des Staates, wies aber darauf hin, dass die Anbieter für einen wirksamen Wettbewerb auch Vertrauen in die Geheimhaltung ihrer Geschäftsgeheimnisse haben müssten.

•        IWI: Matthias Stürmer, Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern, matthias.stuermer@iwi.unibe.ch, +41 31 631 38 09

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Bern, 7. August 2017

Podiumsgespräch zu Transparenz im Beschaffungswesen an der kommenden IT-Beschaffungskonferenz 2017

Der Bundesrat will das neue Beschaffungsgesetz dem Öffentlichkeitsprinzip entziehen. Diesen Entscheid hat der eidgenössische Öffentlichkeitsbeauftragte Adrian Lobsiger deutlich kritisiert. An der IT-Beschaffungskonferenz kommenden Dienstag, 15. August 2017 an der Universität Bern wird er nun mit Nationalrätin Regula Rytz, Beschaffungsexpertin Anja Nyffenegger sowie Thomas Fischer vom Kanton Bern über die Chancen und Grenzen von Transparenz im Beschaffungswesen diskutieren.

Transparenz bei öffentlichen Beschaffungen ist eine Gratwanderung. Einerseits haben die Anbieter ein Anrecht auf Vertraulichkeit ihrer Geschäftsgeheimnisse wie Preisgestaltung, Lösungs-Design oder Materialauswahl. Andererseits hat die Öffentlichkeit Anspruch zu wissen, wofür die Steuergelder verwendet werden und an welche Firmen wieviel bezahlt wird. In der Vergangenheit haben Medienschaffende dank dem Öffentlichkeitsprinzip gar Fälle von Korruption in der Bundesverwaltung aufdecken können wie beispielsweise im Jahr 2014 beim Seco.

Umso mehr hat es im Februar 2017 erstaunt, dass der Bundesrat im Vorschlag des neuen Beschaffungsgesetzes vorsieht, dieses vollständig dem Öffentlichkeitsprinzip zu entziehen. Zwar soll mehr Transparenz durch die jährliche Publikation einer Liste aller Beschaffungen ab 50'000 Franken entstehen, denn dies war die politische Forderung einer überparteilichen Motion im Frühling 2014, ausgelöst durch die Korruptionsaffäre beim Seco. Der Bundesrat und beide Räte hatten den Vorstoss befürwortet, so dass dieser nun im neuen Beschaffungsgesetz umgesetzt wird. Dennoch will der Bundesrat aufgrund des angeblich hohen Bearbeitungsaufwands künftig Anfragen über das Öffentlichkeitsgesetz verunmöglichen. Dagegen hat der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) Adrian Lobsiger noch am selben Tag Anfang Jahres medienwirksam protestiert. In den nächsten Monaten wird das Beschaffungsgesetz nun im Parlament behandelt. Somit ist die Thematik aktueller denn je.

Wie begründet der EDÖB seine Haltung und was ist die tatsächliche Erfahrung von Beschaffungsstellen mit dem Öffentlichkeitsprinzip? Welche generellen Fragen stellen sich bezüglich Transparenz bei Submissionen und was zeigen die Praxiserfahrungen? Zu diesen und weiteren Fragestellungen findet an der IT-Beschaffungskonferenz kommenden Dienstag, 15. August 2017 ein Podiumsgespräch statt. Über die Chancen und Grenzen von Transparenz im Beschaffungswesen diskutieren der EDÖB Adrian Lobsiger, Nationalrätin Regula Rytz, Beschaffungsexpertin Anja Nyffenegger sowie Thomas Fischer, Leiter der Beschaffungskonferenz des Kantons Bern.

Über 300 Personen werden an der IT-Beschaffungskonferenz 2017 teilnehmen. Noch bis am 13. August 2017 ist eine Anmeldung möglich. Das Tagesprogramm ist zugänglich auf www.itbeschaffungskonferenz.unibe.ch

Die IT-Beschaffungskonferenz richtet sich an Beschaffende, Anbieter, Beraterinnen und Juristen, die im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens tätig sind und sich mit Informatik-Themen auseinandersetzen. Die Konferenz findet jährlich seit 2012 statt und wird durch die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern, das Informatiksteuerungsorgan des Bundes ISB, die Schweizerische Informatikkonferenz SIK, swissICT und CH Open veranstaltet.

Kontakt Programmkomitee

Petar Kovac, Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Bern, petar.kovac@iwi.unibe.ch, +41 31 631 38 79
Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung Bund (ISB), peter.fischer@isb.admin.ch, +41 58 465 98 98
Grégoire Hernan, stv. Geschäftsleiter Schweizerische Informatikkonferenz (SIK), greg.hernan@sik.ch, +41 31 320 00 02
Simon Zaugg, Kommunikations-Verantwortlicher swissICT, simon.zaugg@swissict.ch , +41 43 336 40 28
Gerhard Andrey, Vorstandsmitglied CH Open, gerhard.andrey@ch-open.ch, +41 26 422 25 11

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Bern, 28. Juni 2017

Die Zukunft von Informatikbeschaffungen aus politischer, juristischer, operativer und technologischer Sicht

An der IT-Beschaffungskonferenz am 15. August 2017 wird Nationalrätin Regula Rytz über die aktuelle politische Diskussion zum neuen Beschaffungsgesetz referieren, BBL-Direktor Pierre Broye die Chancen und Herausforderungen des neuen Gesetzes bezüglich IT-Beschaffungen aufzeigen und Andreas Amsler von der Firma Liip die Ziele und Funktionsweise von Micro-Services erläutern. Weitere 30 Referierende vertiefen in zahlreichen Fachsessions relevante Themen rund um IT-Beschaffungen und diskutieren unter anderem mit dem EDÖB Adrian Lobsiger die Frage des Öffentlichkeitsprinzips im neuen Beschaffungsrecht.


Kurz nach der Sommerpause ist es wieder soweit: An der sechsten IT-Beschaffungskonferenz mit rund 300 Teilnehmenden wird am Dienstag, 15. August 2017 an der Universität Bern die Zukunft von Informatikbeschaffungen aus politischer, juristischer, operativer und technologischer Sicht behandelt. Das Eröffnungsreferat hält Regula Rytz, die als ehemalige Baudirektorin der Stadt Bern und heutige Nationalrätin über den aktuellen Stand der parlamentarischen Diskussion der Beschaffungsgesetz-Revision informieren wird. In ihrem Referat behandelt sie die politisch umstrittenen Punkte und zeigt einen Fahrplan auf, bis wann das Gesetz von Seiten des Parlaments in Kraft treten könnte.

Im Anschluss an die politische Perspektive beleuchten der Direktor des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) Pierre Broye zusammen mit Bruno Gygi, Leiter Kompetenzzentrum Beschaffungswesen Bund (KBB), die Chancen und Herausforderungen des neuen Gesetzes aus der Sicht einer zentralen Vergabestelle des Bundes. Aus technologischer Sicht führt Andreas Amsler des Agile Web Development Anbieters Liip AG in die Funktionsweise und Möglichkeiten von Micro-Services ein, mit denen komplexe Anforderungen in IT-Projekten umgesetzt werden können.

Darauf folgen Fachsessions zu den Grundsätzen von IT-Beschaffungen, Sourcing-Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung, Beschaffung agiler Software-Entwicklungen, Reduktion von Hersteller-Abhängigkeiten, zum Beschaffungs-Design, über juristische Spezialgebiete und einer Session auf Französisch, unter anderem mit dem Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) Michel Huissoud. In der abschliessenden Podiumsdiskussion mit dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Adrian Lobsiger wird der Frage des Öffentlichkeitsprinzips im neuen Beschaffungsrecht nachgegangen. Die Plenumsreferate und ausgewählte Fachsessionen werden simultan auf Französisch übersetzt. Das Tagesprogramm und die Anmeldung sind online zugänglich auf www.itbeschaffungskonferenz.unibe.ch

Die IT-Beschaffungskonferenz richtet sich an Beschaffende, Anbieter, Beraterinnen und Juristen, die im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens tätig sind und sich mit Informatik-Themen auseinandersetzen. Die IT-Beschaffungskonferenz findet jährlich seit 2012 statt und wird durch die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern, das Informatiksteuerungsorgan des Bundes ISB, die Schweizerische Informatikkonferenz SIK, den swissICT und die CH Open veranstaltet.

 

Kontakt Programmkomitee

Petar Kovac, Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Bern, petar.kovac@iwi.unibe.ch, +41 31 631 38 79
Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung Bund (ISB), peter.fischer@isb.admin.ch, +41 58 465 98 98
Grégoire Hernan, stv. Geschäftsleiter Schweizerische Informatikkonferenz (SIK), greg.hernan@sik.ch, +41 31 320 00 02
Simon Zaugg, Kommunikations-Verantwortlicher swissICT, simon.zaugg@swissict.ch , +41 43 336 40 28
Gerhard Andrey, Vorstandsmitglied CH Open, gerhard.andrey@ch-open.ch, +41 26 422 25 11

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Bern, 17. Mai 2017

IT-Beschaffungskonferenz 2017: Zukunft der IT-Beschaffungen

Am Dienstag, 15. August 2017 findet an der Universität Bern die sechste IT-Beschaffungskonferenz statt.

Über 300 Beschaffende, Berater und Informatikanbieter nehmen jeweils an der jährlichen IT-Beschaffungskonferenz teil. Die sechste Ausgabe der IT-Beschaffungskonferenz steht im Kontext der dynamischen Veränderungen in diesem Bereich unter dem Motto "Zukunft der IT-Beschaffungen". Die Konferenz wird durch die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern, das Informatiksteuerungsorgan Bund ISB, die Schweizerische Informatikkonferenz SIK, den swissICT und die CH Open veranstaltet.

Ein Schwerpunkt bildet die laufende Revision des Beschaffungsgesetzes, die zurzeit in den nationalrätlichen Kommissionen behandelt wird. Weiter wird den Möglichkeiten nachgegangen, mit technologischen Entwicklungen wie Micro-Services und API-Schnittstelle geringere Anbieter-Abhängigkeit und Projektkomplexität zu erzielen. Auch über die Praxiserfahrungen bei der Beschaffung von agil entwickelten Lösungen und von Open Source Software wird an der Konferenz berichtet.

Zur Behandlung weiterer Themen werden insgesamt acht Fachsessions angeboten, die eine Vertiefung in die öffentliche Informatik-Beschaffung erlauben. Die Themen umfassen:

  • Grundsätze von IT-Beschaffungen aus Sicht Beschaffungsstelle
  • Sourcing-Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung
  • Beschaffung agiler Software-Entwicklungen
  • Abhängigkeiten von IT-Herstellern reduzieren
  • Beschaffungs-Design 
  • Juristische Spezialgebiete
  • Marchés publiques TIC (Session auf Französisch)

Weitere Themen wie Verhandlungskompetenz und IT-Management sind an den neuen After-Hour Sessions angeboten. Ausserdem können vorgängig per E-Mail und vor Ort juristische Fragen zum öffentlichen Beschaffungswesen gestellt werden, die von Dozierenden des CAS ICT-Beschaffungen der Universität Bern beantwortet werden.

Die Plenumsreferate und ausgewählte Fachsessionen werden simultan auf Französisch übersetzt. Das Tagesprogramm und die Anmeldung sind ab sofort online zugänglich auf www.itbeschaffungskonferenz.unibe.ch

Kontakt Programmkomitee

Petar Kovac, Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Universität Bern, petar.kovac@iwi.unibe.ch, +41 31 631 38 79
Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung Bund (ISB), peter.fischer@isb.admin.ch, +41 58 465 98 98
Grégoire Hernan, stv. Geschäftsleiter Schweizerische Informatikkonferenz (SIK), greg.hernan@sik.ch, +41 31 320 00 02
Simon Zaugg, Kommunikations-Verantwortlicher swissICT, simon.zaugg@swissict.ch , +41 43 336 40 28
Gerhard Andrey, Vorstandsmitglied CH Open, gerhard.andrey@ch-open.ch, +41 26 422 25 11